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Zeitleiste

Der deutsche Atomausstieg 2011–2023 – das Ende einer Ära

2011
Fukushima & Moratorium
Nach dem Reaktorunglück in Fukushima (März 2011) beschließt die Bundesregierung den endgültigen Atomausstieg bis 2022. Acht ältere Reaktoren werden sofort abgeschaltet.
2017
Verfassungsgericht zur Brennelementesteuer
Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Brennelementesteuer für nichtig. Die Energieversorger erhalten 6,2 Mrd. EUR zurückerstattet.
2021
Grohnde, Gundremmingen C, Brokdorf
Drei weitere Reaktoren gehen am 31. Dezember 2021 dauerhaft vom Netz. Es bleiben nur noch sechs aktive Kernkraftwerke.
2022
Energiekrise & Streckbetrieb
Russlands Gasstopp führt zur Verlängerung der drei letzten Kernkraftwerke um wenige Monate. Streckbetrieb statt geplanter Abschaltung Ende 2022.
15.04.2023
Abschaltung Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2
Die letzten drei deutschen Kernkraftwerke werden am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet. Deutschland beendet damit nach 62 Jahren die kommerzielle Kernenergienutzung.
2024
Rückbau & Endlagersuche
Rückbau aller deutschen Reaktoren läuft, dauert Jahrzehnte. BGE sucht weiterhin nach einem Endlagerstandort – Entscheidung verschoben auf 2046–2068.
Deutschland & Uran

Deutscher Kontext – nach dem Atomausstieg

0
Aktive Reaktoren
15.04.23
Endgültige Abschaltung
62 J.
Kommerzielle Nutzung
Urenco
Anreicherung Gronau
19 %
MwSt Fonds/Aktien
2046+
Endlagersuche

Deutschland hat am 15. April 2023 den Atomausstieg vollendet. Die letzten drei Kernkraftwerke (Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2) wurden endgültig abgeschaltet, womit nach 62 Jahren eine Ära der kommerziellen Kernenergienutzung endete.

Politischer Kontext: Der Ausstieg wurde nach dem Reaktorunglück in Fukushima (2011) von der Regierung Merkel beschlossen, ursprünglich bis 2022. Wegen der Energiekrise nach dem russischen Gasstopp wurde die Laufzeit der letzten drei Reaktoren um wenige Monate verlängert. Die Entscheidung bleibt politisch umstritten.

Was bleibt aus dem deutschen Kernsektor:

  • Urenco Anreicherung Gronau – weltweit eine der größten Uran-Anreicherungsanlagen, weiterhin in Betrieb für Export
  • Framatome Lingen – Brennelementefabrik (französisch geführt), weiterhin aktiv
  • BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung) – sucht weiterhin nach Endlagerstandort
  • Rückbau läuft – Dauer Jahrzehnte, Tausende Spezialisten beschäftigt

Wie Deutsche in Uran investieren: Über Comdirect, Trade Republic, ING DiBa kann man Sprott Physical Uranium Trust (SRUUF), VanEck Uranium ETF und Einzelaktien wie Cameco (CCJ), Kazatomprom (KAP.IL) oder NexGen Energy kaufen. Trotz nationalem Ausstieg bleibt Uran ein global gehandelter Rohstoff.

Steuern: Kapitalertragsteuer 25 % + Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer. Keine spezielle MwSt auf Finanzprodukte. Sparerpauschbetrag 1 000 EUR/Jahr.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Uranpreis und Kernkraft

Der U3O8-Spotpreis wird mehrmals täglich oben auf der Seite aktualisiert. Der Spotpreis wird in US-Dollar pro Pfund (USD/lb) Yellowcake (Uranoxid, U3O8) angegeben. Im Mai 2026 lag der Preis bei etwa 80–100 USD/lb. Daten kommen von TradeTech mit Sprott Physical Uranium Trust als sekundärer Quelle.

Nein – die letzten drei deutschen Kernkraftwerke (Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2) wurden am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet. Deutschland hat damit nach 62 Jahren die kommerzielle Kernenergienutzung beendet.

Nach dem Reaktorunglück in Fukushima (März 2011) beschloss die Bundesregierung Merkel den endgültigen Atomausstieg. Acht ältere Reaktoren wurden sofort, weitere bis 2022 abgeschaltet. Die letzten drei wurden wegen der Energiekrise 2022/23 um wenige Monate verlängert und dann am 15.04.2023 endgültig vom Netz genommen.

Der Rückbau aller deutschen Reaktoren läuft und dauert Jahrzehnte. Spezialisierte Unternehmen wie EnBW Kernkraft, PreussenElektra und RWE Power führen die Arbeiten durch. Die Brennelemente werden zwischengelagert, bis ein Endlager gefunden ist – die BGE sucht weiterhin, eine Entscheidung wird zwischen 2046 und 2068 erwartet.

Yellowcake ist Uranoxid (U3O8), das gelbliche erste kommerzielle Konzentrat im Brennstoffkreislauf. Es wird aus Uranerz gewonnen und im Spotmarkt in USD pro Pfund gehandelt. Yellowcake hat geringe Radioaktivität und muss in UF6 konvertiert und angereichert werden, bevor es als Reaktorbrennstoff dient.

Uran wird nicht an einer zentralen Börse gehandelt. Den Spotpreis bestimmen spezialisierte Preisreporting-Agenturen: TradeTech, UxC und S&P Platts. Die CME Group listet UX-Futures, aber die Volumina sind gering. Rund 90 % des Handels läuft über Langfristverträge zwischen Bergbauunternehmen und Stromerzeugern, oft 5–15 Jahre.

Über Comdirect, Trade Republic, ING DiBa und vergleichbare Broker kann man Sprott Physical Uranium Trust (SRUUF, physisches Uran), VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF sowie Einzelaktien wie Cameco (CCJ), Kazatomprom (KAP.IL), NexGen Energy und Uranium Energy Corp kaufen. Dies ist keine Anlageberatung.

Kasachstan dominiert mit etwa 45 % der Weltproduktion durch das staatliche Kazatomprom. Kanada (Cameco, ~15 %), Namibia (~12 %), Australien (~9 %) und Niger (Orano, ~5 %) sind die weiteren großen Produzenten. Die geografische Konzentration macht den Spotpreis empfindlich gegenüber politischen Ereignissen.

Ein typischer 1-GW-Leichtwasserreaktor benötigt etwa 27 Tonnen angereichertes Uran pro Jahr, was rund 200 Tonnen U3O8 Yellowcake aus dem Bergbau entspricht (ca. 440 000 Pfund). Die Energiedichte ist enorm: 1 Pfund Yellowcake liefert etwa so viel Strom wie 16 000 Pfund Kohle oder 80 Fass Öl.

Der Spotpreis ist für sofortige Lieferung und wird von TradeTech wöchentlich festgelegt. Terminkontrakte (CME UX) sind für zukünftige Lieferung 1–24 Monate voraus. Nur etwa 10 % des gesamten Uranhandels läuft Spot – der Rest sind Langfristverträge zwischen Bergbauunternehmen und Stromerzeugern.

Der Spotpreis verdreifachte sich von etwa 30 USD/lb im Jahr 2020 auf über 100 USD/lb im Januar 2026. Treiber: (1) Sprott Physical Uranium Trust kaufte über 60 Mio. Pfund physisches Uran. (2) Strukturelle Unterproduktion nach dem Preisverfall 2014–2018. (3) China baut 25+ Reaktoren, COP-28 verspricht Verdreifachung. (4) Sanktionen gegen russische Anreicherung.

Kernkraft erzeugt Strom mit sehr niedrigen CO2-Emissionen über die gesamte Lebensdauer – auf gleicher Ebene wie Wind- und Wasserkraft, weit unter fossilen Quellen. Die EU-Taxonomie klassifizierte 2022 Kernkraft unter bestimmten Bedingungen als 'Übergangstechnologie'. Auf der COP-28 (2023) verpflichteten sich 22 Länder zur Verdreifachung der weltweiten Kernkraftkapazität bis 2050.

PrimärdatenquelleTradeTech (via Trading Economics)
SekundärSprott Physical Uranium Trust NAV
Live-TrackerYahoo Finance SRUUF
Wechselkurseopen.er-api.com
Aktualisierungmehrmals täglich